Jazzorchester Vorarlberg

VORARLBERGER NACHRICHTEN, Christa Dietrich, Oktober 2016

Jazzorchester Vorarlberg setzte mit Sängerin Aja einen Bahnhof, nein, den gesamten Ort in Bewegung.

Andelsbuch. (VN-cd) Wenn Benny Omerzell, Martin Franz oder Martin Eberle & Co. so richtig loslegen, gerät das Publikum in Fahrt. Im ehemaligen Bahnhof in Andelsbuch wurde das Konzert des Jazzorchesters Vorarlberg zum einzigartigen Erlebnis, denn im kleinen, bestenfalls 120 Personen fassenden Raum, gibt es kein Entrinnen. Dafür bedarf es zwar einer Einhörphase, ist diese aber erfolgt, so erfährt nicht nur der Begriff “hautnah” eine neue Bedeutung, dem Publikum entkommt nichts, nicht einmal der kleinste Gickser. Sofern einer passiert wäre.

Zur Marke geworden
Am Donnerstagabend hat die vor gut zehn Jahren gegründete Formation diese Sonderprüfung jedenfalls mit Bravour bestanden, die Musiker um Phil Yaeger empfehlen sich für größere Aufgaben. Im Besonderen sind dies groovische Arrangements, die sich quasi als vielschichtige Angriffsfläche für die Sängerin Aja anbieten, die die erfreuliche Entwicklung des Klangkörpers mitträgt oder sogar provoziert. Abgesehen vom ungemein breiten Stimmvolumen sind sowohl neue Spitzen- als auch dunklere Töne vernehmbar, die zu einem spannenden, impulsiven Gesamtbild führen und absolut nichts Plakatives haben. Vergleiche heranzuziehen, ist nicht mehr notwendig, das Vorarlberger Jazzorchester und Aja ist quasi zur Marke geworden.
Nach dem offiziellen Teil ist das Publikum noch bis knapp vor Mitternacht geblieben, den lauten, aber akustisch denkbar schönsten Ersatz für das längst nicht mehr fahrende Bähnle galt es zu feiern. (…)


 

KULTURZEITSCHRIFT online, Silvia Thurner, 5.6.2016

Musikalisch wärmendes Flair beim Bregenzer Jazzfestival – Das Jazzorchester Vorarlberg mit Freunden und der kubanische Sänger Son del Nene mit Band heizten ein

Wenig Wetterglück war dem diesjährigen Bregenzer Jazzfestival beschert. Am Samstagabend jedoch hielten die Wolken dem Regen stand und so spielten nach dem Brassclub das Jazzorchester Vorarlberg mit spezial Guests und anschließend die kubanische Band von Son del Nene vor zahlreichem Publikum am Kornmarktplatz auf. Den Akkordeonisten Goran Kovacevic sowie die Singer-/Songwriter Alex Wolf und Aja Eberle-Zischg hatten das Jazzorchester Vorarlberg zur Zusammenarbeit eingeladen. Extra für diesen Anlass fertigte der musikalische Leiter und Dirigent Phil Yaeger zahlreiche Arrangements an. Alle drei Solisten begeisterten mit ihrer individuellen Performance. Beeindruckend waren überdies der kraftvolle Sound des JOV und dessen musikalische Wandlungsfähigkeit. Spätestens mit dem Auftritt von Son del Nene setzten schließlich zahlreiche Zuhörende ihre Beine auch tänzerisch in Bewegung.

Das Jazzorchester Vorarberg überzeugte insgesamt mit einer starken Besetzung. Viele Klangfarben zogen die Musiker mit ein, die über das normale Spektrum einer Bigbandbesetzung hinaus gingen, wie beispielsweise Flöte, Klarinette, Bassklarinette und Horn. Außerdem machten die Solisten aus den Reihen des JOV – um mit Jürgen Haider, Martin Franz, Martin Eberle, Benni Omerzell und Anton Meusburger nur ein paar namentlich zu nennen – die musikalischen Spielarten vielseitig und spannend.
Wandlungsfähige Musiker des JOV
Bemerkenswert war auch die stilistische Vielfalt, die das JOV an den Tag legte. Mit Goran Kovacevics Musik standen Sounds der südeuropäischen Musik und rhythmische Raffinesse im Vordergrund. Dabei ließ sich die Musik des Akkordeonisten gut in Arrangements für Jazzorchester fassen. Zahlreiche Sounds und virtuose musikalische Ideen lenkten beim Zusammenwirken des Jazzorchesters mit dem Akkordeonisten die Aufmerksamkeit auf sich. So auch die einleitende Passage mit Luftgeräuschen, die eine Zugfahrt imaginierten. Die spezifische Klangatmosphäre, aufgemischt mit Volksliedzitaten und einem Sound, der etwas oberflächlich unter dem Schlagwort „Balkan-Jazz“ zusammengefasst werden kann, sorgte für eine mediterrane Stimmung am kühlen Abend.
Der feinsinnigen Singstimme von Alex Wolf und seiner Musik passte sich das Jazzorchester Vorarlberg hervorragend an. Die Lyrik und der Groove wurden gut in Szene gesetzt und so nahmen zahlreiche Dialoge zwischen Instrumenten spannende Räume ein. Funkig wurde die Musik mit dem Auftritt von Aja. Sie nahm viel Kontakt mit dem Publikum auf und setzte ihre variantenreiche Stimme sowie die unterschiedlichen Timbres in den einzelnen Registern hervorragend in Szene.

Ein Fest
Gut durchdacht war der Aufbau der Performance, denn durch die unterschiedlichen Stilrichtungen und Stimmencharaktere von Alex Wolf und Aja wurde viel Abwechslung geboten. Außerdem führte Phil Yaeger mit sympathischen Moderationen durch den Abend. Insgesamt fügte sich das Konzert zu einem kurzweiligen Ganzen und war ein hervorragender Nährboden für den nachfolgenden Auftritt des kubanischen Sängers Son del Nene. Mit seiner Bühnenpräsenz, seinem kraftvollen Gesang und den hervorragenden Musikern an seiner Seite brachte er eine Prise Havanna nach Bregenz und führte den Konzertabend zu einem Fest über.

 


 

Kulturzeitschrift online, Miriam Steinbock, 23.5.2016

Morphing II – Im Bregenzer Theater Kosmos verwandeln das Jazzorchester Vorarlberg unter der Leitung von Martin Eberle, die Tänzerin Silvia Salzmann und der Komponist Clemens Wenger Musik und Tanz zu einem Resonanzkörper

Es ist erfrischend und mitreißend zugleich, wenn KünstlerInnen der freien Musik- und Tanzszene Vorarlbergs sich kennenlernen, künstlerisch neugierig aufeinander werden und ein gemeinsames Projekt starten. So geschehen beim Jazzorchester Vorarlberg und drei Vorarlberger Tänzerinnen während einer Produktion der Bregenzer Festspiele. Zwei Jahre später und mit dem Engagement eines ebenfalls begeisterten Komponisten mündet die Idee in „Morphing II“, einer Wandlung von Musik und Tanz, Akustik und Elektronik, Big-Band und Performance.
Gänsehaut-Faktor

Vor allem der erste Teil des rund eineinhalb Stunden dauernden Tanz-Konzerts überzeugt mit guten Ideen und frischen Impulsen. Es zieht einem die Gänsehaut auf, wenn drei TänzerInnen und zwölf Vollblut-Musiker gleichzeitig und mit Spielfreude loslegen – dirigiert von einem Komponisten, der die insgesamt zwölf Stücke zum Teil per Mausklick am Computer startet und dem die Lust am Tun ins Gesicht geschrieben ist. Mit viel Schwung startet das musikalische Ensemble und legt ein Tempo vor, das einen mitten ins Geschehen zieht. Der zeitgenössische Tanz bleibt abstrakt und doch entstehen Bilder und Stimmungen. Die oft an Film-Musik erinnernden Kompositionen lassen die Tänzerinnen Silvia Salzmann und Carmen Pratzner manchmal zu Diven aus einem Zwanziger Jahre-Film werden, während Thomas Geismayr wie ein schlaksiger Swing-Tänzer Arme und Beine in die Luft wirft und das Theater zu einem glanzvollen Ballroom macht.

Organische Verschmelzung

Schließt man die Augen, hört man den Unterschied zwischen elektronischem und akustischem Sound kaum bis gar nicht. Elektronische Töne vermengen sich erstaunlich organisch mit der Live-Musik, die sich aus Trompete, Posaune, Saxophon, Horn, Klarinette, Keyboard, Gitarre und Schlagzeug speist. In welcher Vielfalt sich die Musik hier auffächert gleicht einem Sinnesrausch für die Ohren. Den Augen bietet sich ein Tanz dar, der dazu animiert, eigene Bilder zu kreieren. Er ist rhythmisch eng verknüpft mit dem Beat des Schlagwerks, den fein abgestimmten Melodien aus Tasten und Saiten sowie den klaren bis verführerischen Aussagen aus den Mundstücken der Bläser.

Zeit zum Atmen geben

Silvia Salzmann verantwortet die Choreographie, eine schwer zu bewerkstelligende Doppelaufgabe, da sie als Tänzerin auch Teil des Bühnengeschehens ist. Ihre Ideen für die Tanzszenen sind originell und im Ansatz gelingen sie auch. Allerdings fehlt es ihnen oft an Tiefe im Sinne einer konsequenten Ausarbeitung. Das Orchester, das immerhin die Erfahrung eines zehnjährigen Bestehens im Rücken hat, nimmt sich dagegen seinen Raum, variiert mit dem Tempo, setzt Kontrapunkte und schöpft den Anfang wie das Ende des musikalischen Themas bewusst aus und gibt ihm Zeit zum Atmen. Dem Tanz fehlt dies. Die Auf- und auch Abgänge der Szenen erfolgen oft in derselben Dynamik und scheinen stets gut abgestimmt zu den musikalischen Stichworten. Das wirkt mit der Zeit brav. Auch wenn sich die Tanzenden gut auf den Drive des Orchesters einlassen, wären eine andere Dynamik und Mut zur Gegenbewegung von erfrischender Wirkung. Und dies würde beide Kunstarten in ihrer jeweiligen Stärke zeigen.

Hohe Präsenz

Dass die KünstlerInnen dieses Abends allesamt über Können verfügen und äußerst präsent sind, steht außer Frage. Sie dürfen dem Publikum aber auch etwas zumuten, denn wenn es sich auf ein Projekt wie dieses einlässt, scheint der Anspruch nach optischer wie akustischer Forderung linear mitzuwachsen. Da reicht es nicht mehr aus, wenn eine Bar-Szene – nach einem Text von Kristin Gruber und wunderbar von ihr selbst eingesprochen – szenisch passend mitgetanzt wird. In dem Moment wird offensichtlich, dass die Kunstsparten Tanz und Schauspiel verschiedene sind und der Wechsel von der einen in die andere hier nicht aufgeht. Aber auch im musikalischen Bereich hätten eine straffere Dramaturgie des Abends sowie ein paar Moment der Stille gut getan. Zur Entfaltung so mannigfaltiger Klang- und Körperausdruck-Landschaften in der Umgebung eines beeindruckenden Lichtkonzepts hätte dies sicher beigetragen.

Die Notwendigkeit von Projekten dieser Art

Laut Aussage des Komponisten soll es weiter gehen mit „Morphing II“. Zeit und Ort sind noch nicht definiert, aber es ist den Initiatoren zu wünschen, in einem gemeinsamen Prozess mit Aufführungsmöglichkeiten bleiben zu können. Ein Projekt wie dieses braucht sowohl die Kunstszene als auch das Land, sowie die ganze im Wandel stehende Gesellschaft. Zum Reiben, Nachahmen, Lernen und Wachsen. Und auch als Anlass, um im Dialog zu bleiben. Oder wie es Clemens Wenger zum Schluss des Konzerts so schön sagte: „Es ist wichtig, dass gesprochen wird.“

 


 

DER STANDARD, Andreas Felber, 19.4.2014

“Vielschichtiges Gewusel” – Das Jazzorchester Vorarlberg stellt seine CD “Morphing” vor: divergierende musikalische Elemente, originell zusammengedacht

Bregenz/Wien – “Die Henne und das Ei, das war doch gleichzeitig, ein Durcheinander, ein Drunter und Drüber und Nebenher. Unter- und überirdisch, ebenerdig, ein vielschichtiges Gewusel, nennen wir es Leben!”, so schmiegt sich die Stimme von Mieze Medusa in den Groove. Die österreichische Poetry-Slammerin ist kürzlich eine Kooperation mit dem Jazzorchester Vorarlberg (JOV) eingegangen, deren Resultat, die CD Morphing, dieser Tage präsentiert wird – der zweite Tonträger des 2006 gegründeten JOV, das sich als eine Speerspitze der neuen, auch international beachteten Jazzwelle im “Ländle” profilieren konnte.

Morphing ist folgerichtig eine weitere Willensbekundung, eine eigene musikalische Signatur abseits bekannter Bigband-Pfade zu entwickeln. Das Ergebnis ist kurzweilig und originell, werden in dieser Electroacoustic suite for 13 piece band and electronics doch gesampelte Klangflächen, dreckige Funk-Grooves, verzerrte E-Piano-Akkorde, Spoken-word-Einlagen, lyrische Trompetensoli, harmonisch avancierte Bläsersätze und andere Elemente verschiedenster Genres auf schlüssige Weise zusammen gedacht. Das Programm festigt die auf musikalischer Ebene schon bisher sehr harmonischen diplomatischen Beziehungen zwischen Vorarlberg und der Bundeshauptstadt: Wurde mit Clemens Wenger doch der Initiator der JazzWerkstatt Wien als Komponist gewonnen. Das nächste JOV-Projekt, eine CD mit Sängerin Nihal Sentürk von Fatima Spar & The Freedom Fries, wird noch heuer erscheinen.

LIVE: 21.04., Bregenz, Theater Kosmos; 22.04. Wien, Porgy&Bess

 


 

KULTURZEITSCHRIFT, Silvia Thurner, 17.04.2014

Jazzorchester Vorarlberg, Clemens Wenger: „Morphing“. Jazzwerkstatt Records, 2014

Ein spannendes Projekt präsentiert das Jazzorchester Vorarlberg in Zusammenarbeit mit dem Musiker und Komponisten Clemens Wenger. Auf der neuesten CD „Morphing“ geht das JOV in Big Band Besetzung eine fulminante Verbindung zu elektronischer Musik ein. Als gleichwertige Partner werden reale Klänge und digitale Sounds ineinander und miteinander verschmolzen und zu einem organischen Ganzen geformt.

Scharfe Rhythmen, Überblendungen, Schnitte und langsame Umformungsprozesse ziehen die Zuhörenden unmittelbar in das musikalische Geschehen hinein. Bereichert wird die Soundkulisse mit herausragenden Soli der Bandmitglieder, die ganz besondere Lichtverhältnisse schaffen. Dies geschieht weit entfernt von jeder klischeehaften Vorstellung, die man eventuell von einer herkömmlichen Big Band, aber auch von einem konventionellen Jazzorchester im Kopf haben könnte. Immer wieder bewirken Tonschichtungen und Klangballungen ein Innehalten und sie lenken die Aufmerksamkeit auf sich, um Atem zu holen für den nächsten musikalischen Trip. Clemens Wenger und das JOV wollen ein musikalisches Kino im Kopf implizieren und dieses gelingt energiegeladen und abwechslungsreich vor allem auch durch die Zitate und Anspielungen sowie gut proportionierte Passagen zwischen Ruhe und Entspannung sowie ereignisreichen rhythmischen Passagen. „Morphing“ – im Sinne einer Transformation musikalischer Zustandsbeschreibungen und sich allmählich verwandelnde Klangereignisse – sorgt für einen großen Spannungsbogen und birgt viele Überraschungen in sich.

 


 

MICA MAGAZIN, Michael Ternai, 17.04.2014

Das Jazzorchester Vorarlberg und Clemens Wenger präsentieren Morphing

Egal wo auch immer „Jazzorchester Vorarlberg“ drauf steht, musikalisch ist in solchen Fällen eigentlich immer das etwas Andere zu erwarten. Und wenn in gleichen Atemzug auch noch der Name Clemens Wenger genannt wird, nun, dann sollte man sich definitiv auf Ungewöhnliches gefasst machen. „Morphing“ (Jazzwerkstatt Records/Laub Records), so der Titel des Ergebnisses dieser vielversprechenden Zusammenarbeit, zeigt sich in quasi allen musikalisch Aspekten als etwas weit außerhalb des Traditionellen Angesiedeltes. Was geboten wird, ist eine große stilistische Vielfalt, fesselnde Spannung und viel, viel Innovation. Präsentiert wird die CD am 21. April im Theater Kosmos in Bregenz. Tags darauf gastieren Clemens Wenger und das Orchester im Wiener Porgy & Bess.

„MORPHING ist ein Versuch einen positiven Blick auf die Veränderungen unseres Lebens und die daraus resultierenden neuen Aufgaben zu werfen. Die Welt geht nicht unter, wir verändern sie nur!“ (Clemens Wenger 2012)

Wer meint, dass sich das Jazzorchester Vorarlberg bei der Umsetzung von Clemens Wengers Komposition auch nur für einen Moment im klassischen Jazz-Bigband-Sound verlieren könnte, dem sei gesagt, dass sich die ganze Geschichte genau gegenteilig verhält. Denn hier entspricht erfreulicherweise nichts auch nur im Geringsten den üblichen Mustern. Was musikalisch auf dem Programm steht, ist progressiver und moderner Jazz garniert mit Elementen aus dem Rock, Funk, HipHop, der Elektronik, Klangkunst und Elektroakustik sowie unzähligen anderen Spielformen und Genres. Von extrem groovig bis extremst experimentell, und zudem auch noch sehr bildhaft, ja fast schon filmmusikalisch agierend, lösen sich die Beteiligten in wirklich spannender Weise von so ziemlich allen herkömmlichen musikalischen Begrifflichkeiten. Vielmehr als sie nur im Geringsten irgendwelchen Gesetzmäßigkeiten folgen, schaffen sie sich ein geheimnisvolles und immens vielschichtiges Sounduniversum, in dem sich das Geschehen unaufhörlich in einem musikalischen Verwandlungsprozess befindet.

Es ist schon auch so, dass die mit viel, viel Atmosphäre aufgeladene und alles andere als auf Hochglanz getrimmte Musik einer gewissen Ordnung folgt, nur ist diese einzig dem Komponisten und seinem MusikerInnen-Kollektiv bekannt, alle anderen müssen sich überraschen lassen und sich mit dem Dargebotenen wirklich auseinandersetzen. Eine Herausforderung, der man sich mit dem Wissen um die herausragenden Qualitäten der Protagonisten gerne stellt. Wohin die musikalische Reise letztlich tatsächlich führt, dieses Geheimnis lüftet sich nach unzähligen spontanen Brüchen, Wendungen und sich immer wieder auf- und abbauenden Spannungsbögen erst mit fortlaufender Zeit.

Aus musikalischer Sicht stellt „Morphing“ einen bewussten Schritt auf ein unbekanntes Terrain dar, es handelt sich um ein Experiment mit einem nicht vorhersehbaren Ausgang. Weg von allem stur Vordefinierten wird einzig die künstlerische Freiheit, die in diesem Fall alle möglichen Formen annehmen kann, zelebriert. Wer sich soundtechnisch also wirklich einmal etwas geben will, der ist bei diesem Album definitiv an der richtigen Adresse.